3 Wege aus der Versenkung

Antriebslosigkeit überwinden

Antriebslosigkeit überwinden

Dann und wann verschwinde auch ich in der Versenkung, und kenne den gar kräftigen Sog der mentalen Abwärtsspirale nur zu gut. Erst recht weiß ich, wie schwer es ist, aus diesem den Weg nach oben wieder zu finden.

Folgend also drei Gedanken, die dir helfen könnten, solltest du dich selbst in der Versenkung wiederfinden …

1. Du bist nicht der erste Mensch …

Es hilft, sich zu vergegenwärtigen, dass man nicht der erste Mensch ist, der jemals »wirklich ernsthaft kurz vor der wahrhaftigen Verzweiflung« (oder ähnlichem) gestanden hat. Generell lässt sich mit nahezu 100%-iger Wahrscheinlichkeit sagen, dass nichts, was du gegenwärtig durchmachen musst (oder einmal durchmachen musstest) besonders »neu« oder besonders »besonders« ist, und nicht auch schon von irgendjemand anderem durchgemacht (ja sogar überwunden) wurde. Ob es sich um scheinbar scheiternde Projekte oder Lebenspläne handelt, um schwer gebrochene Herzen, ja sogar wenn du Krebs oder andere gesundheitliche Leiden hast.

Den meisten ist dieser Umstand sicherlich bekannt, und dennoch verrennt sich die Mehrheit zu gerne in leichtfertigem Selbstmitleid. Gedankengänge wie »Es versteht mich sowieso keiner« oder »Warum ausgerechnet ich?!« sind bezeichnende Indikatoren für jene Menschen. Die Einsicht, nicht der erste Mensch zu sein, packt das eigentliche Problem zwar nicht an der Wurzel, aber es relativiert einiges zum Leichteren hin.

2. Meide Leute, die dich (noch weiter) runterziehen

Es gibt Menschen, die sind furchtbar schlecht darin, einfühlsam und empathisch zu sein, sich ernsthaft für die Belange anderer zu interessieren, und dementsprechend konstruktive Lösungen zu bieten. Gerade wenn man sich in einer Abwärtsspirale befindet, kann man solche Menschen am wenigsten gebrauchen. Also meide sie tunlichst.

Natürlich hat man das Mitleid der anderen nicht nötig (erst recht nicht, nachdem ja oben vom »bösen Selbstmitleid« die Rede war). Schließlich ist man sich in den meisten Fällen sehr wohl darüber im Klaren, dass man gerade eine Tiefphase durchmacht. Demnach wünscht man sich also oft nur jemanden, der einfach nur (urteilsfrei) zuhört. Und dann einem vielleicht noch einfach auf die Schulter klopf, mit einem aufrichtigen »Wird schon – ich kenn‘ dich doch«.

Leutchen, die dir in solchen Situationen erst einmal ihre eigene subjektive Sicht der Dinge aufdrücken – und dies nicht gerade unkritisch – sind oft Menschen, die selbst ihr allergrößter Kritiker sind, und zu gerne mit Perfektionismus und derlei Utopien schwanger gehen. Wie also könnten sie auch anders, als andere Menschen ständig zu kritisieren und belehren zu wollen. Meide sie wohlwollend, denn sie können in den meisten Fällen auch nur bedingt etwas für diesen Wesenszug. Auch wenn das lediglich ein guter alter Bud Spencer Film ist, den du dir anschaust. Egal – Hauptsache, es zaubert dir wieder ein Lachen auf die Backen!

3. Mehr tun, weniger denken

Wie man also langsam erkennt, handelt es sich bei solchen »Versenkungen« und »Abwärtsspiralen« oft nur um temporäre Tiefphasen, die auch wieder vorbeigehen (richtet man den Blick mal auf die Vergangenheit, erkennt man oft auch ein Muster). Die absolute Königsdisziplin, um wieder den Weg nach oben zu finden, ist einfach ins Tun zu kommen, und weniger nachzudenken. Vor allem sich selbst nicht im Weg zu stehen (sollte es sich um projekt- oder kreationsbezogene Tiefpunkte handeln*).

Oft hält uns das ständige Hirnzermartern und unablässige Gedankenkarussel von unserem größten Glück ab. Dabei gibt es eigentlich nichts, das leichter sein könnte, als das Gehirn auszuschalten, und einfach tätig zu werden. Auch hier gilt: Widme dich bewusst und aktiv den Dingen, die dir Spaß und Freude bereiten (oder im Moment einfach nur gut tun). Aber tue sie gefälligst!

*3.5. Für alle anderen Fälle:

In den meisten anderen Fällen (also z.B. wenn du wirklich ernsthaft deprimiert, und kurz vor der wahrhaftigen Verzweiflung bist) hilft dieser Ratschlag:

1.) Stelle dich deinem Kummer. Setz dich hin – für 20, für 40, oder auch gern für 60 Minuten –, sorge für absolute Ruhe um dich herum, und fühle dein Leid.

2.) Lasse die negativen Gefühle intensiv und schonungslos zu. Alle. Treibe es gern auf die Spitze, indem du geistiges Selbstmitleid par excellence zelebrierst. Setze dich der härtesten Selbstkritik aus und wirf dir all die schlechten Sachen vor, die dich bedrängen …

3.) Wisse, spätestens wenn die Tränen fließen, wirst du befreit von all den negativen Gedanken loslassen können. Meistens sogar schon früher. Und oft erkennt man recht bald, dass alles nur halb so wild ist.

4.) Das wichtige ist nur, an der Stelle nicht aufzuhören, sondern dann den nächsten Schritt zu gehen: die positiven Eigenschaften, die man verkörpert; die Stärken, die man hat; sich den guten Gefühlen wieder gewahr werden, sich ins Bewusstsein rufen, was man doch eigentlich wirklich will, und sich wahrhaftig vorzustellen, wie man sich wohl fühlte, wenn dies erreicht würde. Denn eigentlich will ja kein Mensch ernsthaft deprimiert und antriebslos sein.

Die o.g. Technik mag auf den ersten Blick und in Teilen vielleicht etwas sarkastisch klingen. Aber glaube mir, es ist weder etwas, das ich mir selbst aus dem Hut gezaubert habe (in fernöstlichen Ländereien praktiziert man dies seit Jahrtausenden), noch verfehlt es seine Wirkung.

Abschließend …

… möchte ich dir wärmstens den Artikel von Moritz von Selbstbewusstsein-Stärken.net ans Herz legen, der auch meinen Horizont bezüglich Antrieb und Nicht-Antrieb gehörig erweitern konnte, und noch weitere, sehr effektive Tips und Techniken zu diesem Thema parat hat!

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