Eine spontane Kurzgeschichte

Der magische Bus

Ideen für Geschichten

Wie kommt man auf Ideen für Geschichten?

Eines Tages war ich mit einem Freund verabredet. Wir wollten uns bei ihm Treffen und so lief ich zu Fuß. Unterwegs kam ich an einer Bushaltestelle vorbei, an der gerade zufällig ein Cityliner vorfuhr. Ich überlegte, ob ich nicht aufspringen sollte, um schneller bei meiner Verabredung zu sein, und auch um meine muskelverkaterten Beine zu schonen. Doch ich hatte schon zu viele negative Erlebnisse mit Busfahrern, und so entschied ich mich für den Fußmarsch. Dafür inspirierte es mich zu dieser kurzen Erzählung:

Der Zauberer Kattegras

Die Zeit war es einmal wieder, und die faule Haut, die dem Zauberer Kattegras aufsässig wurden. Er war verabredet, musste los – doch ähnliches dachten sich auch die faule Haut und die Zeit; beide hatten ein flauschiges Date mit dem Strohbett, wollten bleiben.
Doch Willenskraft siegt bei Zauberern zuletzt nicht zu unrecht. So fegte Kattegras hinaus in die kühle Abendluft – dumpf und dunkel war’s da schon –, und vergewisserte sich im Eilschritt seiner gültigen Fahrkarte für den Chauffeur, während er sich zeitgleich den Mantel überstriff. Kattegras war gewiss ein gemütlicher Kerl, jedoch keineswegs zu bequem für Gewissenhaftigkeit. Seiner Statur mochte dies weder abzulesen noch hinein zu interpretieren sein. Er war recht klein; nicht viel fett an den Rippen, aber einen Hals so breit wie ein Oberschenkel. Für seinen verhältnismäßig kleinen Kopf hatte er eine steil nach hinten fliehende Stirn und eine ansonsten eher für den gemeinen Geparden charakteristische Augenpartie.

Die klapprigen Beine trugen ihn nun durch eine für nachtschwärmerische Passanten gleichsam wundersame wie bildhübsche Allee. Kattegras liebte diese Strecke von allen mitunter am liebsten. Nachts war sie so majestätisch erleuchtet und malte mit ihrem Licht harte dunkle Schatten auf die hintergründigeren Dinge: Bäume, Sträucher, halb schwarz, halb sichtbar, als wüssten sie nicht, was sie mehr verdient hätten. Und irgendwie, so hatte Kattegras den Eindruck, schienen Zauberer immer von solchen Wegen und Strecken angezogen.

Endlich nahte auch eine Haltestelle für gut betuchte Reisende heran. Kattegras war froh, dass er sein Ticket dabei hatte, stellte dies doch eine Einmaligkeit in seinem Leben dar; gut betucht war er nämlich nicht. Der zeitlose Zauberer gesellte sich zu den anderen wartenden Nachtschwärmern, und zog sich den Mantelkragen hoch, denn der Wind brauste klirrend und spitz. Dem zauberhaften Glück gern zugeschoben, dauerte es auch nicht lange, bis eine klobige, riesenhafte Droschke vorfuhr, und ein Betonklotz von einem Wagenlenker stieg herab und öffnete die Einstiegsluke. Kattegras ließ geduldig den anderen den Vortritt und beäugte derweil den Transporter. Seine Außenwand bestand im Grunde aus aneinander geschweißten Blechrohren; nicht sehr modisch, dafür aber sehr rostig. Der Blick wanderte auf den Kutscher; dieser hatte ein Kinn, groß genug um drei Kängurubabies darin auszutragen. Seine Augen hingegen waren hinter den gewaltigen Augenhöhlen gut versteckt.
Schließlich war auch der kleine Zauberer an der Reihe, und wie er jetzt vor dem himmelhohen Mann so da stand, gab das schon ein nicht unkontrastreiches Bildchen ab. Eine Frage hatte Kattegras aber noch, bevor er dem Riesen die Fahrkarte hinaufstreckte (…)

Lese die Geschichte hier in voller Länge.

Viel Spaß!

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